GAB ES EIN LEBEN OHNE LOUNGEWEAR? - DIE GESCHICHTE DER KLEIDUNG FÜR ZUHAUSE

Loungewear, Leisurekleidung, Cozy Style – Woher kommt dieser Kleidungsstil? Hat man die Kontrolle über sein Leben verloren, wenn man eine Jogginghose trägt? (Wie ein bekannter Designer einst behauptete…) Fakt ist: Mehr als jemals zuvor in der Geschichte der Mode ist die bequeme Jogginghose zu einem Standard-Kleidungsstück geworden. De facto machen wir lediglich bei sehr feierlichen oder ernsten Anlässen noch einen Unterschied zwischen dem, was wir zu Hause tragen, und dem, was wir draußen tragen. Jogger und Sweatshirts fühlen sich inzwischen im Wohnzimmer, im Supermarkt oder beim Shopping gleichermaßen angemessen an. Viele, die im Moment im Homeoffice arbeiten, tragen die lässigen Styles nun sogar als Business-Outfit.

Was haben Menschen vor der modernen Loungewear zuhause getragen?

Die Menschheit – und wir sprechen hier von unseren gerade erst sesshaft gewordenen Vorfahren – orientierte sich bei ihren Kleidungsstücken zunächst rein an deren Alltagstauglichkeit für ihre jeweiligen Tätigkeiten in Handwerk und Landwirtschaft. Erst später entwickelte sich eine soziale Differenzierung mit einer einfacheren Schicht an Bauern und Arbeitern sowie einer Upper-Class , die Kleidung nicht nur als zweckdienlich betrachtete, sondern nun schon seit Jahrhunderten verwendete, um Status, Persönlichkeit, Reichtum oder Modebewusstsein auszudrücken. Dazu gehörten selbstverständlich auch private Kleidungsstücke, wie Pyjamas, Schlafanzüge oder Nachthemden, die nicht für die Blicke der Öffentlichkeit gedacht waren. Diese haben eine faszinierende Geschichte!

Wie sah früher die Schlafkleidung aus?

Die Menschen tragen schon seit Hunderttausenden von Jahren Kleidung, beginnend mit Materialien aus der Natur, wie Tierhäuten und Baumrinde. Obwohl keine historischen Aufzeichnungen über unsere früheste Kleidungswahl existieren, gilt es als gesichert, dass es anfangs wahrscheinlich keinen Unterschied gab zwischen Kleidung, die zuhause oder in der Öffentlichkeit getragen wurde.

Zudem muss man wissen, dass der erst nach dem Aufkommen des Ackerbaus vor etwa 12.000 Jahren Menschen sich in festen Häusern niedergelassen haben. Was bedeutet das? Als die Menschen begannen, Kleidung zu tragen, bestand schlicht keine Notwendigkeit zwischen „Zuhause“ und „Draußen“ zu unterscheiden, da diese beiden Lebensräume identisch waren.

Mit der zunehmenden modernen Zivilisation änderte sich all das. Im Mittelalter trugen sowohl Männer als auch Frauen zum Schlafen oft lange, lose Nachthemden-ähnliche Kleidungsstücke. Mit der Zeit entwickelten sich diese Kleidungsstücke vom unscheinbaren, funktionalen Nachtgewand zu einem modischen Statement-Piece.

Wie entwickelte sich der Morgenmantel?

Einen frühen Loungewear-Trend stellte der „Morgenmantel" dar, ein durchaus modisches, aber dennoch bequemes und wärmendes, jackenähnliches Kleidungsstück. Obwohl er oft zu Hause getragen wurde, konnte man Morgenmäntel auch bei zwanglosen gesellschaftlichen Anlässen antreffen. Im Gegensatz zu den ansonsten sehr beengenden Kleidungsstücken der Zeit boten diese ihrem Träger eine gewisse Freiheit, Lässigkeit und Ungezwungenheit. 

Morgenmäntel wurden in Europa erstmals im frühen 18. Jahrhundert als „Banyans“ populär. Sie hatten die Form von lockeren, bequemen Herrenjacken. Diese Kleidungsstücke suggerierten Komfort und Freizeit, weshalb es nicht überrascht, dass sie nur von der Oberschicht getragen wurden.

Erst im 19. Jahrhundert wurden die Banyans als „Morgenmäntel“ bezeichnet und eher zuhause getragen. Nun wurden auch Morgenmäntel für Frauen en vogue. Analog zur Loungewear heute wurden Morgenmäntel zum Hauptkleidungsstück für alle Aktivitäten, die im Privatbereich durchgeführt wurden.

Unter einem Morgenmantel trugen die Damen dieser Zeit typischerweise Nachthemden, die schnell zu Modeartikeln und Statussymbolen wurden. Zunächst waren sie – aus Gründen des damaligen Verständnisses von Sittlichkeit – natürlich alle lang – kürzere Modelle kamen erst viel später auf.

Wie begann der Aufstieg der modernen Pyjamas?

Es ist naheliegend, dass sich die jackenartigen Morgenmäntel schließlich weiterentwickelten zu dem, was wir heute Bademäntel nennen. Und auch Bademäntel werden oft mit Pyjamas kombiniert.

Im England des 16. Jahrhunderts erlebten Pyjamas als Schlafanzüge ihre Blütezeit, gerieten dann aber aus der Mode, wurden jedoch im späten 19. Jahrhundert in Europa und den USA populär. Frauen trugen weiterhin Nachthemden und erst im 20. Jahrhundert wurde es üblich, dass auch diese Pyjamahosen trugen.

Wir kennen das von vielen Trends: Die komplette Geschichte ist viel komplexer, als es auf den ersten Blick den Anschein hat. Pyjamas konnten sich im 19. Jahrhundert nämlich deshalb durchsetzen, weil die britischen Kolonialherren aufmerksam wurden auf die bequeme Kleidung der Menschen in Indien. Pyjamas wurden demnach gar nicht in Europa erfunden, sondern lediglich nach Europa importiert. Da sich die Nachforschungen über die Geschichte der Mode in der Regel auf Europa und die USA konzentrieren, ist es oftmals leider viel schwieriger nachzuvollziehen, wie diese Kleidungsstücke in Indien entstanden sind.

Bekannt ist jedoch, dass das Wort „Pyjama“ dem altpersischen Begriff pāy-jāmeh entlehnt ist, der grob mit „Beinkleid“ übersetzt werden kann. Die Europäer übernahmen das Konzept lediglich, ergänzten es durch passende Hemden und nannten es Nachtwäsche. (Im Übrigen wurden auch Morgenmäntel nach dem Vorbild von Kleidungsstücken entworfen, die zuerst in Asien getragen wurden).

Weshalb war zum Schlafen warme Kleidung notwendig?

In Geschichte der Menschheit war es während des Schlafens oft sehr kalt. Effiziente Heizungen, ergänzt durch kuschelige, wärmende Decken gab es erst in jüngerer Zeit, folglich spielte die Nachtwäsche eine essenzielle Rolle bei der nächtlichen Wärmeversorgung. 

Diesem Zweck diente auch die vielbelächelte „Nachtmütze“, die während des Schlafs dazu diente, auch den Kopf warm zu halten. Sie hatte oft lange, spitze Enden, die somit auch als Schals dienen konnten, um den Hals warm zu halten. Für uns moderne Menschen mögen solche Mützen albern aussehen, vor der bahnbrechenden Erfindung der Zentralheizung dienten sie aber einem sehr praktischen Zweck.

Welche Rolle spielen Pyjamas in der Mode?

Obwohl Pyjamas meist zu Hause getragen werden, gab es immer wieder Trends und besondere Zeiten, in denen sie auch an anderen Orten, in der Öffentlichkeit, in Erscheinung traten.

In den 1910er und 20er Jahren wurde zum Beispiel durch französische Designer der „Strandpyjama“élégant, ein locker sitzendes modisches Stück, das im Freien getragen wurde.

Unnötig zu sagen, dass dieser Stil zu dieser Zeit ziemlich shocking war und einen Aufschrei in der Modewelt nach sich zog. Loungewear war nicht nur außerhalb des Hauses so gut wie unbekannt, die Frauen dieser Ära trugen gewöhnlich auch keine Hosen, sondern nur Röcke und Kleider.

Die Franzosen waren jedoch so einflussreiche Designer, dass Strandpyjamas unter wohlhabenden Frauen tatsächlich für einige Zeit trendy wurden. Da Strandmode ohnehin typischerweise eher lässig war, setzte sich dieser Style durch.

Tatsächlich blieben Strandpyjamas bis in die 1940er Jahre in Mode, bis sie von halbmodernen Badeanzügen abgelöst wurden.

Wann gewann Loungewear die Oberhand?

Der Strandpyjama markiert somit die Anfänge der modernen Loungewear, die uns ohne Kleidungswechsel von zu Hause in die Schule, zum Einkaufen und wieder zurückbegleitet 

Generell fand in der Mode v.a. in den USA seit dem frühen 20. Jahrhundert stetig eine Verschiebung in Richtung Casual statt. Die heftigsten Diskussionen über diesen Wandel konzentrieren sich auf seine öffentlichen Ausdrucksformen. Beispielhaft zu nennen wäre etwa die Denim-Jeans der 50er-Jahre oder die Kapuzenpullover, die als Hoodies in den Büros von heute quasi omnipräsent sind. Diese Entwicklung hat inzwischen längt auch Einzug in unsere Wohnungen gehalten und die Grenzen zwischen „Zuhause“ und „Draußen" verschwimmen – nicht zuletzt aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie – völlig. 

Zudem hat sich unsere Gesellschaft, was die Anforderungen an die Kleidung anbelangt, stark verändert. Zentral wurden der Wunsch nach Bequemlichkeit, die Verbreitung von vielseitiger Sportbekleidung und die Lockerung der Kleiderordnung am Arbeitsplatz. All diese Trends haben dem heutigen Loungewear-Trend in die Arme gespielt. Heutzutage ist zwar niemand mehr ernstlich schockiert von in der Öffentlichkeit getragener Leisurewear. Aber seien wir ehrlich: Für wirklich wichtige Anlässe bleiben wir immer noch gerne bei der traditionellen Kleidung.

Bietet auch MYINTOX Loungewear an?

Selbstverständlich bietet auch MYINTOX geeignete Kleidungsstücke, die aufgrund ihrer Oversize-Passform und wegen der außerordentlich hochwertigen Stoffe als Leisurewear dienen: unsere Crazy Leopard T-Shirts etwa, Pieces aus fein gekämmter, weicher und nachhaltiger Bio-Baumwolle, die auch im Home-Office eine gute Figur machen. Ganz zu schweigen von den kuschelig weichen, hochwertigen und nachhaltigen Kaschmir-Pullis, die keine Kompromisse bezüglich des Styles und der Cozyness erfordern. Entdecken Sie auch unsere mega coole, hochwertige und stylische Joggpant, die wirklich alle Vorteile dieses sich in Jahrhunderten anbahnenden Trends optimal in sich vereint.